1. Hinkommen

January 9, 2018

Im süß piefigen immer-noch-Hauptstadt-Flughafen Tegel Abschied von den lieben Verwandten und dann über London im A380 mit 850 Mitreisenden zack ab nach Dubai.

 

Und gleich die erste Quizfrage, bevor´s mit den Erlebnissen losgeht: 1990 starten US-Fluggesellschaften mit einem Rauchverbot in Flugzeugen. Seit 1999 darf auf KEINEN Flügen mehr geraucht werden. Wissen wir. In Flugzeugtoiletten durfte überhaupt noch NIE geraucht werden. Warum wohl gibt es HEUTE im A380 in den Toilettentüren innen (und kaum sichtbar) kleine Aschenbecher zum Ausklappen? Hinweis: Der A380 ging 2007 an den Start, einer Zeit, in der Rauchen ECHT KEIN kein Thema mehr war. Na? Wer weiß es?

 

Ich fragte selbiges einen netten Steward. Seine spannende These: Der Franzose habe das Flugzeug konstruiert. Und als alte, toujours legere Rauchernation (ich sage nur Gitanes Maïs) habe der Franzose halt – klein und versteckt – dies Relikt an alte Zeiten mithineinkonstruiert.  

Klingt plausibel. Bei solchen Großprojekten schaut man ja gerne mal nicht auf die Details zu achten (siehe Elbphilharmonie oder BER). Sicherlich war es aber ein großer Moment für den französischen, kettenrauchende Konstrukteur, als sein Chef SEINE Tür mit verstecktem Aschenbecher freigegeben hatte. Jeder Job hat auch mal seine großen Momente.

 

Von Dubai waren es dann nur noch läppische 13 Stunden bis Sydney. Also wir wieder rein in die Holzklasse und weiter Dämmern, Lesen, Spielen, Filme gucken. Beide Flüge über war das Licht gefühlt immer aus und die Fensterluken zu. Adieu Zeitrealität. Hallo Trance-Tunnel-Zustand!

Luke war den ersten laaaangen und den zweiten noch lääääääääääääängeren Flug echt gut drauf. Kein Gequengel, und dass mit super wenig Multimediabestrahlung. Na gut, beim „Sendung-mit-der-Maus-Wakeboard-Spiel“ (seinem ersten richtigen Kontakt mit einem Computerspiel) ist zwischendurch mal etwas der Hulk in ihm ausgebrochen. Aber unterm Strich hat er die Flüge ziemlich souverän weggesteckt. 

 

Randnotiz: Der etwa gleichaltrige Junge hinter uns wurde quasi NON-STOP von seinen Eltern mit TV-Programm „beglückt“. Ziemlich uncool.

 

Nicht so souverän, wie Sohnemann, hat Papa den Flug gemeistert. Irgendwie zehn Stunden oder so vor Sydney ging´s mir plötzlich mies, dann schlechter, dann richtig übel. Ab da war etwas faul in meinem Staate Dänemark. Meine Analyse ergab zwei mögliche Quellen:

 

1. Ein versautes Essen (kennt man ja aus dem Streifen „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“). Hmm, aber welches? Vielleicht das „Pilz-Risotto á la Knast“ (es hieß anders, aber der Name wäre treffender gewesen) oder der „Dorie nach Chendzenchu Art“ (also Fisch chinesisch-scharf). „Kööönte sein“ und „selber schuld“, dachte ich. Denn solch ein süßes, kleines blaues Fischlein (siehe den Pixar-Film „Findet Dorie“) sollte sich doch mit seinen Fischkumpels zwischen Korallen trollen und nicht in scharfer Soße serviert in den Mägen von Holzklasselangstreckenfliegerinsassen landen.

 

2. Irgendein Virus. Zwischendurch war ich mit Luke im düsteren Flugzeug auf Erkundungstour unterwegs. Locker fluffig auf Socken. Er vorneweg. Hinter einem Abteilungsabtrennvorhang musste ich Luke jäh stoppen. Der Bereich vor der Toilette war großräumig vollgekotzt. Und Luke auf Socken fast rein. Ein Tick später gebremst wäre er vielleicht wie auf einer Bananenschale ausgerutscht und dann rücklings rein in die Soße. DAS ist aber zum Glück nicht passiert.

Aber offenbar ging es auch anderen auf dem Flug nicht ganz so gut.

 

Die Stewardess, die das weg machen musste, fand´s wahrscheinlich auch nicht so super. Jeder Job hat auch mal seine kleinen Momente.

 

Randnotiz: Ich hab neulich einen tollen Luther-Dokufilm gesehen. Fünfzehnhundertschnullerbacke musste er mit seinen Kumpanen von Wittenberg nach Worms reisen, um seine Thesen vor dem Kaiser zu erklären. Und wie reiste man damals? Richtig: Mit der Kutsche. Und wie lange dauerte das? 15 Tage. Und wie bequem war das? Gar nicht!


Was will ich damit sagen? Ein Flug nach Australien dauert schon lange und ist anstrengend. Aber echt Peanuts im Vergleich mit dem Reisen von damals.  

Irgendwann (6.40 Ortszeit) sind wir dann durch graue Wolken fliegend bei 24 Grad und tropisch-strömendem Regen in Sydney gelandet. Ich war nach 10 Stunden Übelkeit durch. Yvonne hat alles super übernommen.

 

Mit dem Wetter hatten wir übrigens Glück: Wären wir einen Tag früher angekommen, hätte uns Sydney mit ballernden 45 Grad begrüßt. Das wär ein Spaß gewesen.

 

Ab da waren es dann nur noch 7 Stunden bis wir in unser Hotelzimmer direkt am schönen Coogee Beach (einem super Strandort in Sydney) einchecken konnten. Drei Tage entspannt ankommen und Jetlag-bewältigen (immerhin 11 Stunden Zeitverschiebung) war jetzt angesagt.

 

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